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Raimund Fellner ist Autor des Romans "Abirrung".

Ich schreibe, weil ich mit meinem Bewusstsein nicht alleine sein will. Zunächst schrieb ich aus der Not heraus, mein Dasein rechtfertigen zu müssen, bis mir aufging, dass kein Mensch sein Dasein rechtfertigen muss. Und dann war es natürlich der Geltungsdrang. Allmählich hat sich herausgestellt, dass das Schreiben mir half, mit meiner Schuld klarzukommen, zu der unter anderem auch ein übersteigerter Geltungsdrang gehört hatte. Jetzt sehe ich es als meine Pflicht an zu schreiben, weil ich privilegiert bin, denn ich muss kaum Erwerbsarbeit leisten, habe viel Zeit zum Nachdenken und für Bildung; Vorteile, die andere nicht haben. So sind meine Beschäftigungen neben geringer Erwerbsarbeit, das Lesen von philosophischen, theologischen, psychologischen und soziologischen Werken, sowie das Lesen von deutsch- und fremdsprachiger Literatur. Fast täglich meditiere und kontempliere ich. Außerdem schätze ich sehr die Begegnung mit Menschen. Und dann schreibe ich, was aber nur sehr langsam vorangeht. So führe ich ein angenehmes abwechslungsreiches Leben und hoffe, dass es so bleibt. Freilich war der Weg dazu ein sehr dornenreicher, denn ich bin psychiatrieerfahren und musste erst meine Identität, also mich selbst, finden. Mein Bestreben war seit meiner Erkrankung, wie komme ich von einem unglücklichen zu einem glücklichen Leben? Es hat sich gezeigt, dass das Unglück nur mit meinem verkehrten Denken zusammenhing, sobald es darum ging, was die glücklich machenden und deshalb erstrebenswerten Werte sind.

 

 

Raimund Fellner

 

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